
Ob Roadtrip entlang der Route 66, einmal quer durchs Land oder eine Tour zu den schönsten Stränden der USA – die Vereinigten Staaten sind ein Traumziel für alle, die gern auf vier Rädern unterwegs sind. Doch bevor Sie starten, stellt sich die Frage: Reicht Ihr deutscher Führerschein in den USA aus oder ist ein internationaler Führerschein erforderlich? In diesem Leitfaden erfahren Sie, wann ein internationaler Führerschein in den USA Pflicht ist, wie Sie ihn in Deutschland beantragen und was bei Mietwagen, Verkehrsregeln und Kontrollen in den USA zu beachten ist. Gute Fahrt.
CHECKLISTE – Internationaler Führerschein in den USA: Wissen kompakt
Während einige US-Bundesstaaten den deutschen Führerschein akzeptieren, ist in anderen ein internationaler Führerschein – ein International Driving Permit (IDP) – zwingend erforderlich.
Teilweise. Jeder US-Bundesstaat legt hierfür eigene Regularien fest, die Sie beim jeweiligen Department of Motor Vehicles (DMV) einsehen können. Während in einigen US-Bundesstaaten der deutsche Führerschein ausreicht, muss in anderen Bundesstaaten offiziell ein internationaler Führerschein mitgeführt werden. Wer in diesen Staaten ohne internationalen Führerschein fährt, riskiert bei einer Polizeikontrolle empfindliche Strafen.
Der internationale Führerschein gilt immer nur in Verbindung mit dem nationalen Führerschein. Halten Sie außerdem Ihren Reisepass bereit, da manche Polizeibeamte Ihren Wohnort mit der ausstellenden Behörde Ihres Führerscheins abgleichen möchten.
Tipp: Selbst in US-Bundesstaaten, in denen ein internationaler Führerschein nicht zwingend erforderlich ist, kann er bei Polizeikontrollen und Behördengängen hilfreich sein. Das Auswärtige Amt empfiehlt offiziell, als Autofahrer in den USA sowohl den nationalen als auch den internationalen Führerschein mitzuführen.
Nein, nicht in allen US-Bundesstaaten. Zwar akzeptieren viele Bundesstaaten den deutschen Führerschein, doch in anderen muss zusätzlich ein internationaler Führerschein mitgeführt werden.
Wichtig: In den USA dürfen Sie nur die Fahrzeugklassen fahren, die Ihr deutscher Führerschein umfasst. Achten Sie besonders beim Anmieten eines Wohnmobils darauf, das zulässige Gesamtgewicht nicht zu überschreiten – andernfalls machen Sie sich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar und riskieren Ihren Versicherungsschutz.
Ja, Sie dürfen Ihr eigenes Fahrzeug maximal ein Jahr zollfrei in die USA einführen. Die U.S. Customs and Border Protection – kurz: CBP – stellt Ihnen dafür ein „Temporary Import Permit“ aus. Allerdings gibt es wichtige Vorschriften zu beachten.
Sie dürfen Ihr Fahrzeug nicht in den USA verkaufen oder zurücklassen. Bei der Einreise sind diese Dinge zu beachten:
Ein internationaler Führerschein muss vor der Abreise in Deutschland beantragt werden, da die USA selbst keine IDPs ausstellen.
Der internationale Führerschein ist kein eigenständiger Führerschein, sondern ein Zusatzdokument zu Ihrem deutschen Führerschein und ist nur in Verbindung mit diesem gültig. Er ist eine Art Übersetzung des deutschen Führerscheins und soll der Polizei oder auch dem Mietwagenunternehmen im Ausland die Überprüfung erleichtern, ob Sie berechtigt sind, Ihren Mietwagen (oder Ihr eigenes Auto) zu fahren.
Wichtig: Ihr internationaler Führerschein ist für drei Jahre gültig und kann nicht verlängert werden. Nach Ablauf muss ein neuer Antrag gestellt werden.
Ein internationaler Führerschein kann bei Ihrer lokalen Fahrerlaubnisbehörde beantragt werden. Dafür benötigen Sie einen gültigen deutschen Führerschein, ein biometrisches Passfoto sowie einen Personalausweis oder Reisepass. In einigen Bundesländern kann der Antrag auch online gestellt werden. Dazu bieten bestimmte Städte und Landkreise die Ausstellung des internationalen Führerscheins auch im Bürgeramt oder der Kfz-Zulassungsstelle an. Eine Liste mit den Anschriften und Kontaktdaten aller deutschen Führerscheinstellen finden Sie beim Kraftfahrt-Bundesamt.
Beantragen Sie den internationalen Führerschein mindestens sechs Wochen vor Reisebeginn – vor allem dann, wenn kein Online-Antrag möglich ist. Zwar dauert die Ausstellung nur wenige Tage, aber die Terminvergaben und Wartezeiten der Führerscheinstellen können variieren.
Tipp: Einige Führerscheinstellen bieten einen Express-Service an. Fragen Sie dafür am besten direkt bei der für Sie zuständigen Behörde nach. Die Telefonnummern und E-Mail-Adressen finden Sie beim Kraftfahrt-Bundesamt.
Die Gebühr für die Ausstellung beträgt je nach deutschem Bundesland zwischen 15 und 20 Euro.
Viele Mietwagenanbieter akzeptieren den deutschen Führerschein, andere geben die Fahrzeugschlüssel jedoch nur nach Vorlage des internationalen Führerscheins heraus.
Wenn Sie einen Mietwagen in den USA buchen möchten, wird Ihr deutscher Führerschein in der Regel als Nachweis akzeptiert. Doch einige Anbieter verlangen zusätzlich einen internationalen Führerschein. Zusätzlich benötigen Sie Ihren Reisepass (der noch für mindestens drei Monate gültig sein muss), Ihre Einreisegenehmigung und eine auf den Hauptfahrer ausgestellte Kreditkarte für die Kaution und Bezahlung. Beachten Sie, dass EC/Maestro oder Debitkarten nicht akzeptiert werden.
Prüfen Sie vorab Ihren Reise- und Krankenversicherungsschutz und halten Sie auch unterwegs Ihren Mietvertrag griffbereit, um Details bei Bedarf schnell einsehen zu können.

Meist liegt das Mindestalter, um in den USA einen Mietwagen fahren zu dürfen, bei 21 Jahren – auch dann, wenn der deutsche Führerschein schon seit dem 18. Lebensjahr besteht. Die Bedingungen variieren nach US-Bundesstaat, Anbieter und Fahrzeugklasse, so dass sich der Vergleich lohnen kann.
Hinweis: Junge Fahrer bis 25 Jahre zahlen oft eine „Young Driver Fee“, die (plus Steuern und Gebühren) meist vor Ort zu zahlen ist.
Viele Verkehrsregeln, die in Deutschland gelten, gelten auch in den USA. Doch es gibt einige abweichende Verkehrsregeln, die Sie sich besonders gut einprägen sollten.

An Kreuzungen ohne Ampel hat das Fahrzeug Vorfahrt, das zuerst angekommen ist. Kommen zwei Fahrzeuge gleichzeitig an der Kreuzung an, darf das rechte Auto zuerst fahren.
Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in den USA variiert von Bundesstaat zu Bundesstaat und ist klar ausgeschildert. Auf vielen Interstates (dem Pendant zur deutschen Autobahn) darf oft 100-120 km/h (60-75 mph) schnell gefahren werden. In einigen Bundesstaaten liegt das Tempolimit weit darunter. Innerorts variiert die Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen 40-55 km/h (25-35 mph). In der Nähe von Schulen darf zu Unterrichtszeiten meist zwischen 25-40 km/h (15-25 mph) schnell gefahren werden.
In den USA wird die Geschwindigkeit in „miles per hour (mph)“ – also Meilen pro Stunde – gemessen. Merken Sie sich als Faustregel: 30 mph entsprechen 50 km/h, 50 mph entsprechen 80 km/h und 75 mph entsprechen 120 km/h.
Wichtig: Tempolimits werden streng kontrolliert. Schon bei geringfügiger Überschreitung drohen empfindliche Strafen.
Haltende Schulbusse mit eingeschaltetem Warnblinklicht dürfen weder in die eine noch in die andere Richtung überholt werden.
In vielen US-Bundesstaaten ist es erlaubt, an einer roten Ampel bei freier Straße rechts abzubiegen, sofern kein Schild dies ausdrücklich verbietet („No Turn on Red“). Vor dem Abbiegen müssen Sie dennoch an der Haltelinie zum Stehen kommen.
Wenn Sie in eine Polizeikontrolle geraten, halten Sie sofort an einem sicheren Ort am Straßenrand, stellen Sie den Motor ab und lassen Sie die Hände gut sichtbar auf dem Lenkrad. Falls es dunkel ist, schalten Sie das Innenlicht ein. Öffnen Sie das Fenster erst, wenn der Polizist es anweist. Bleiben Sie ruhig und machen Sie keine plötzlichen Bewegungen. Greifen Sie nicht eigenständig nach Dokumenten, sondern warten Sie auf die Anweisung des Beamten. Steigen Sie niemals ohne Aufforderung aus dem Fahrzeug, da dies als Bedrohung wahrgenommen werden könnte.
Die Polizei kann Ihren Führerschein, die Fahrzeugpapiere und den Versicherungsnachweis verlangen. Ein internationaler Führerschein ist in einigen US-Bundesstaaten erforderlich und kann Missverständnisse bei einer Kontrolle vermeiden.

Mit Einschränkungen. Einige Bundesstaaten akzeptieren den deutschen Führerschein, andere nicht. Ein internationaler Führerschein wird vom Auswärtigen Amt offiziell empfohlen.
Ja, Sie dürfen Ihr eigenes Auto maximal ein Jahr zoll- und steuerfrei einführen. Die US-Zollbehörde stellt dafür ein „Temporary Import Permit“ aus. Das Fahrzeug darf nach Ablauf dieses Jahres nicht in den USA verkauft oder zurückgelassen werden.
Ein deutscher Führerschein reicht meist aus, aber einige Autovermietungen verlangen zusätzlich einen internationalen Führerschein.
Nein, das ist illegal. Fahren ohne Führerschein in den USA kann hohe Geldbußen oder Haftstrafen nach sich ziehen.
Auch wenn ein deutscher Führerschein oft ausreicht, wird ein internationaler Führerschein beim Autofahren in den USA dringend empfohlen. In einigen Bundesstaaten ist er sogar verpflichtend. Zudem erleichtert er die Buchung eines Mietwagens und beugt Missverständnissen bei Polizeikontrollen vor. Beantragen Sie rechtzeitig Ihren internationalen Führerschein – für eine stressfreie und sichere Fahrt durch die USA.